Sunday, May 28, 2006

Back Link Anruf bei meinem Onkel in England

Den Beitrag von Maria habe ich gelesen, nachdem ich mit meinem neunundachtzig Jahre alten "Onkel" Arthur in Sutton Coldfield telefoniert hatte, um zu fragen, wie es ihm geht. Seine Frau, mit der er sechzig Jahre verheiratet war (ja, die Queen hat gratuliert), ist im letzten Jahr gestorben, darum geht es ihm natürlich nicht gut, darum freut er sich, wann immer der "German branch of the family" anruft. German branch of the family?

Im Jahr 1963 kam ein junger Engländer nach Hamburg, um an der Schule, an der mein Vater stellvertretender Direktor war, ein Jahr lang als Assistant Teacher zu arbeiten. Bald entwickelte sich eine Freundschaft zwischen meinen Eltern und Pete, und meine Schwester und ich begannen, ihn fast als eine Art großen Bruder anzusehen. Petes Eltern, Arthur und seine Frau Sue, waren von der Aufnahme ihres ältesten Sohnes in unserer Familie so angetan, dass sie uns alle einluden, sie im Sommer 1967 zu besuchen,. So kam ich im Alter von neun Jahren das erste Mal nach England (auch eine Reise, die mein Leben veränderte). Das war damals etwas so Besonderes, dass meine Mitschüler förmlich zusammenzuckten, als ich in der ersten Stunde nach den Sommerferien in der Schule davon erzählte! Wir waren drei Wochen ununterbrochen mit dieser englischen Familie zusammen. Erst in dieser Zeit wurde mir so richtig klar, dass Pete nicht ein Deutscher ist, der etwas seltsam spricht, sondern aus einem ganz anderen Land kommt. Zur Familie gehörte auch Judith, Petes zukünftige Frau. Die erste Frau, die ich je in meinem Leben mit langen Hosen gesehen habe ...

Ich war nach den Ferien in England völlig gierig darauf, Englisch zu lernen und fing bald an, Judith und Auntie Sue und Uncle Arthur Briefe zu schreiben. Ich erinnere mich an folgende Jahre, in denen es wechselseitige Besuche gab: 1970, 1972, 1975, 1976, 1980, 1981, 1985, 1988, 1990, 1994, 1996, 1998, 2001, 2004 - das sind die Besuche, bei denen ich beteiligt war! Nicht gezählt sind die Besuche, die meine Eltern allein gemacht haben. Inzwischen ist es nämlich so, dass die Beziehungsfäden zwischen meinen Eltern und Arthur und Pete und Judith, zwischen mir und meinem Mann und Arthur und Pete und Judith und zwischen unserem Sohn und Pete und Judith laufen - eine Länder und Generationen überspringende Familienfreundschaft, an der sich leider die Kinder von Pete und Judith nicht beteiligen. Und es gibt endlose weitere Beziehungsverzweigungen, die hier aber nicht wichtig sind.

Manchmal denke ich es ist schon erstaunlich: mein Schwiegervater und Onkel Arthur haben wahrscheinlich nicht aufeinander geschossen, weil sie zwar im selben Alter waren, aber an ganz verschiedenen Fronten standen, als die Welt um und um gewühlt wurde. Und jetzt haben wir den Stand, dass ich schon eine alte Waschmaschine in Sutton entsorgt habe und Judith Creme für unseren Sohn gekauft hat, weil er ausgerechnet bei ihr seinen ersten Zahn bekam! Wir haben es geschafft, jetzt über vierzig Jahre hinweg eine lebendige Freundschaft aufrechtzuerhalten, an der sich beteiligen konnte, wer mochte - und die lange Pasuen ausgehalten hat. Maria, ich glaube, auf der Basis gemeinsamer Interessen und dem Bemühen umeinander gibt es eine gute Chance, dass es deinen Kindern und Sara und Julien ähnlich ergehen wird.

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