Wednesday, November 01, 2006

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caterina von luebeck, deutschland

Frachtschiffreise auf der MV „Anna Sophie Dede“

18.August 2006
Sankt Petersburg – Ostsee, Sonne, Windstärke 3-4, Feuer- und Rettungsbootübung

Statt abends legen wir aber doch erst am nächsten Morgen wieder ab; einer der großen Hebekräne war nachts kaputt gegangen. So kann ich die lange Ausfahrt durch enges Fahrwasser vorbei an Peterhof und der Insel Kronstadt bei Tageslicht auf der Brücke genießen.

Da wir jetzt auf der Rückfahrt Richtung Südsüdwest fahren, ist auf meinem Deck immer Schatten. Ich suche mir mit einer Wolldecke und Buch unterm Arm seitlich wechselnde Sonnenplätzchen um die Wärme und das gleißende Licht auf See zu genießen. Ab und zu muss ich der Crew ausweichen, die jetzt die gesamten Aufbauten sehr gründlichen abspritzen, um das Schiff von der salzigen Gischt und dem sich angesammelten Schmutz zu befreien.

Inzwischen habe ich mich gut in den Tagesrhythmus eingelebt, aber leider ist bereits der letzte Tag auf See angebrochen. Morgens um 10.30 Uhr ist eine Feuer- und Rettungsbootübung angesetzt. Übungen werden immer vorher angekündigt! Diesmal ist die Alarmsirene wirklich laut! Die Küche brennt! Zwei Matrosen werden mit Hilfe ihrer Teamkameraden in Feuerschutzanzüge inklusive Gasmasken gezwängt und löschen den Brand. Danach schnappen sich alle eine Schwimmweste und wir klettern in das winzige, enge Rettungsboot. Mein Platz ist ganz vorne. Hier fühlt man sich wie auf einer Raketenabschussrampe.

Kapitän und Chief haben beim Frühstück zum Glück doch nur geflunkert und das Rettungsboot bleibt in seiner Halterung und wird nicht ins Wasser katapultiert. Auf See wäre diese Übung zu gefährlich und es würde zuviel Zeit kosten, das Boot wieder einzusammeln. Das wird nur gemacht, wenn das Schiff länger auf Reede liegt.

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